Einfach zu doof!

by erphschwester
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Kritik mag keiner so gern. Kritik heißt:”Du machst da etwas falsch!” Und jeder denkt doch, er macht die Dinge richtig. Sonst würde er sie ja nicht so, sondern anders tun. Und wenn er sie tut, obwohl er weiß, daß sie so falsch sind, dann hat das seinen Grund. Oftmals begründen wir diese falschen Handlungen mit sogenannten “Sachzwängen” und ein sehr oft genannter und also sehr beliebter Grund ist das fehlende Geld. Man würde ja die Dinge anders (besser) machen, wenn man nur das nötige Kleingeld hätte.

Nun gibt es aber Dinge, für die Geld nicht zu haben, wir nicht so gerne zugeben. Denn das wirft ein schlechtes Licht auf uns. Wenn man für manche Sachen kein Geld hat, dann liegt das oft nicht am wirklichen Mangel, sondern an den Prioritäten, die man so setzt. Zum Beispiel ist es ganz, ganz schlecht, wenn man für Bildung nicht genug Geld aufbringt. Geld, das vermutlich schon da wäre, wenn man nur anderswo dafür sparsamer wäre.

Noch viel schlimmer aber ist es, wenn einem einer sagt, daß Menschen deswegen in ihrer Bildung Nachteile erleiden, weil sie von Haus aus benachteiligt sind.
D a s hat der Herr Munoz jetzt gemacht, in seinem Bericht über das deutsche Bildungssystem. Dieser Bericht soll am 21.März offiziell gemacht werden. Und die Deutschen kommen dabei nicht so gut weg.

Munoz meint, daß das deutsche Bildungssystem extrem selektiv sein, weil schon bei Zehnjährigen entschieden würde, wie ihre berufliche Zukunft aussähe. Zudem würden Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligt, und überhaupt gäbe es kein vergleichbares Industrieland, in dem der Bildungserfolg so abhängig von der sozialen Herkunft sei, wie Deutschland.

Frau Schavan, Bundesbildungsministerin, tut die Sache vergleichsweise kurz ab: Herr Munoz habe bei seinem nur zehntägigen Besuch in Deutschland keine ausreichende Gelegenheit gehabt, die gesamte Komplexität des deutschen Schulsystems zu erkennen.

Ich dagegen halte den Herrn Munoz keineswegs für zu doof, sondern staune vielmehr, wie schnell er erkannt hat, was andere in ihrer Betriebsblindheit auch nach Jahrzehnten einfach nicht sehen, wenigstens aber nicht zugeben wollen.

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