Platzeck’s Speech

by David VIckrey
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platzeck

Just two weeks ago the SPD was in a crise existentielle after the abrupt departure of Franz Müntefering following a coup by the party’s left wing.  Now the party is triumphant with the election of Matthias Platzeck as chairman.  The Brandenburger received an astounding 99.4% of the votes at the SPD party convention.  More on Platzeck and his background from Bloomberg.  Platzeck achieved this victory after delivering a rousing speech on Tuesday in Karlsruhe.  I finally got around to reading it and am very impressed.

Platzeck frames his speech with commentary on the events in France – just 50 km from where he is speaking – which should serve as a warning to Social Democrats and their mission:

Diese Bilder zeigen uns, was geschehen kann, wenn neue Spaltungslinien die Gesellschaft durchziehen und wenn ganze Bevölkerungsgruppen über Generationen von der Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft ausgeschlossen werden. Diese Bilder zeigen uns, was geschehen kann, wenn es in einer Gesellschaft zuerst an Bildungschancen und dann an beruflichen und wirtschaftlichen Perspektiven für Jugendliche und junge Erwachsene mangelt. Diese Bilder, liebe Genossinnen und Genossen, zeigen uns mit ganzer Eindringlichkeit, welchen neuen Gefährdungen das Zusammenleben in unseren europäischen Gesellschaften des 21. Jahrhundert ausgesetzt ist. Diese Gefahren müssen wir erkennen, und wir müssen diesen Gefahren auch begegnen, und zwar vorbeugend, weitsichtig und nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Much of Platzeck’s speech is an impassioned defense of the Sozialstaat – the German model of social market economy that has come under attack by neo-liberalism. In fact, Platzeck doesn’t hesitate to attack his adversaries by name: "die Westerwelles, die Henkels und die Merzens unseres Landes". But Platzeck sees the social market system as a European phenonmenon – not just a German one. And in this context Finland is held up as an model to consider:

Finnland ist heute die international wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft überhaupt, nach einer großen Krise Mitte der 90er Jahre. Finnland schneidet in allen internationalen Schul- und Bildungsvergleichen am besten ab. Der finnische Staatshaushalt ist Jahr für Jahr mindestens ausgeglichen. Finnland erzielt seit Jahren Wachstumsraten weit oberhalb des europäischen Durchschnitts.

This naturally pleased the Finns. What really impresses me with Platzeck, however, is the fact that he emphasizes – even embraces – his east German roots.  And this is stark contrast to Angela Merkel, who always seems to hide from her heritage.  Here is Platzeck:

35 Jahre habe ich in Potsdam auf der anderen, der ostdeutschen Seite der Glienicker Brücke gewohnt   Die Glienicker Brücke ist die Brücke zwischen Potsdam und West-Berlin, wo in der Zeit des Kalten Krieges ab und zu bei Nacht und Nebel Agenten ausgetauscht wurden. Ich habe dort natürlich mit dem Gefühl gewohnt, dass ich über diese Brücke nie gehen werde; das war Normalität für mich. Fast heute auf den Tag genau vor 16 Jahren bin ich über diese Brücke gegangen. Ich schäme mich nicht zu sagen, dass ich noch heute manchmal Sonntag früh, wenn dort kein Betrieb ist, über diese Brücke gehe und das Glücksgefühl immer wieder genieße. Liebe Genossinnen und Genossen, ich möchte nicht, dass mir das verloren geht. Ich habe in diesem Umbruch erfahren, dass viel dran ist an dem Satz von Willy Brandt, wir müssten uns klar machen, dass nichts von Dauer ist. Ich habe in dem Umbruch erfahren, dass man sich immer den Blick für die Risiken und Chancen einer Gesellschaft offen halten soll. Ich möchte mein Land, ich möchte unser Deutschland gegen kein anderes Land auf der Welt eintauschen. Es ist ein wunderbares Land. Ich bin froh, in diesem Land leben und arbeiten zu können.

Platzeck’s speech was a bravura performance. The response in the blogosphere has been extremely positive, with some bloggers celebrating Platzeck as the spiritual grandson of Willy Brandt. Only a few of the Bush-Bloggers grumbled, with one dismissing Platzeck as a "dull bookkeeper without charisma."

But I just have one question for Matthias Platzeck: How are we supposed to square your specch with the program outlined in the coalition agreement? I fear there is an abyss between words and action.

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