No surprise here. According to a poll taken by Stern and published today, John Kerry would beat George W. Bush in a landslide with 81% of the vote, if the election were determined by German voters. There are probably a number of reasons for this, but none of them have to do with the popularity of John Kerry in Germany where he is still largely unknown. On the other hand, Germans have gotten to know Bush over the last 3 1/2 years and don’t particularly like what they’ve seen. One aspect that many Germans (and Americans, for that matter) find repellent is the shrill religiosity of Bush and his backers. Stern also has a lengthy article (“Mit Gott ins Weisse Haus”) which explores this aspect of the Bush presidency at some length. The article ends on an alarming note: the ‘faith-based’ presidency has destroyed any chance for dialogue with those of different viewpoints.
Und Leute wie Reverend Welton Gaddy von der “Interfaith Alliance” in Washington, einer konfessionsübergreifenden Gruppe. Gaddy, Baptistenprediger, sitzt in einem Konferenzraum. Er fragt sich, wie es dazu kommen konnte, “dass die Religion als Keil benutzt wird”. Wie es dazu kommen konnte, “dass Kirchenleute nicht mehr fragen “Glaubst du?”, sondern “Wen wählst du?”” Wie es dazu kommen konnte, dass dieser Präsident sogar den Irak-Krieg religiös verbrämte als “Invasion in der höchsten moralischen Tradition unseres Landes”. Gaddy nimmt seine Brille ab. Er sieht müde aus. “Es geht um mehr als die paar Millionen Stimmen, die Bush und Rove wollen”, sagt er. “Dieses Ja und Nein, Schwarz und Weiß, Gut und Böse zerstört den Dialog.” Gaddy setzt die Brille wieder auf. Er sieht besorgt aus. Vielleicht müsste er lauter sein und schriller. Wie Roberta Combs oder Andrea Lafferty. Vielleicht müsste er schreien. Wie der Fernsehprediger Frederick K. C. Price. Aber Gaddy ist ein bedächtiger Mann. “Wenn der Dialog zerstört ist”, sagt er, “dann ist unsere Demokratie in Gefahr.” Das klingt lauter als ein Schrei.
FOLLOW-UP TO ARNOLD’S SPEECH: It turns out that Arnold Schwarzenegger might need a refresher course in American and Austrian history. In his speech on Tuesday he told the audience of true believers that he was inspired to join the Republican Party after watching a debate between Richard Nixon and Hubert Humphrey. Only thing is, they never debated. With respect to his coming to America in order to escape the ‘socialism’ in Austria, Florian Klenk sets the record straight in Die Zeit : the socialists or social democrats did not win elections in Austria until long after Arnold left the country.
Den ersten gesellschaftspolitischen Aufbruch, den ersten Rückbau autoritären Gedankengutes, verspürte Österreich in den Siebzigerjahren. Die schwarze Alleinregierung wurde abgewählt, die Arbeiterkinder bekamen kostenlose Schulbücher und durften anschließend erstmals gratis an den bürgerlich dominierten Uni studieren. Der Ehemann war nach einer Gesetzesreform nicht mehr Oberhaupt der Familie und in den Kerkern gab es bald keine Dunkelhaft mehr. Es waren keine Konservativen, die das Land derart durchlüfteten, sondern Bruno Kreisky. Ein Sozialist.
Maybe Arnold owes his erstwhile compatriots an apology? Just asking…
