Heisser Sommer

by erphschwester
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Im Gegensatz zu meinem “Bruder im Blog” bin ich ein recht unbedachtes Geschöpf. Ich selbst staune zuweilen, wie gut ich dennoch durch´s Leben komme. Gleichwohl: Dieser Sommer war kein so guter.

Hatte doch, im Gegensatz zu manchem Sommer zuvor, eine Kollegin Interesse an meinen Bloginhalten gefunden und zwar in solchem Maße, daß sie den Drang verspürte, selbige im weiteren Kollegenkreise kund zu tun. Besonders meine “Geschichten aus der Arbeitswelt” (die, man ahnt es, mittlerweile offline sind) fanden regen Zuspruch und – ja, leider! – auch heftige Kritik.

Inzwischen, um den Spannungsbogen nicht zu überdehnen, habe ich eine Abmahnung bekommen (was in Deutschland, für die, die´s nicht wissen, die Vorstufe zur Kündigung ist) wegen “Störung des Betriebsfriedens” und bin noch immer da, wo ich war. Drei, vier Leute gucken mich schief an, weil ihre Vorstellung von Betriebsfrieden die Verleugnung ist. Einige andere sind schwer enttäuscht, eben weil ich noch da bin.
Ich selbst staune, was alles so passieren kann, wenn man anderen Menschen vertraut. (Denn natürlich, auch wenn´s hernach gern so dargestellt wurde, bin ich nicht mit meiner Website-Adresse hausieren gegangen.)

Und ein bißchen, ich geb´s zu, bin ich auch in meinem Gedankenfluß blockiert. Wenn man plötzlich Leser hat, die man nicht einlud, fließt es nicht mehr so locker wie zuvor.

Was anderes also bleibt mir übrig, als wieder – wie zweieinhalb Jahre vorher – über die Weltpolitik und den Schorsch Dabbeljuh zu schreiben? Das wahre Leben, das ich zwischenzeitlich viel interessanter gefunden hatte, ist ja nun irgendwie tabu …

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David October 1, 2007 - 4:38 pm

Na ja, blogging kann durchaus gefaehrlich sein. ich bin froh, dass ich endlich keinen arbeitgeber habe…

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antonymous October 2, 2007 - 8:14 am

Bei der Zonen-Schwester ist jetzt auch der Groschen gefallen was die “Freiheit” durch Kapitalismus wirklich ist 🙂

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erphschwester October 2, 2007 - 9:19 am

schätzelchen, erst mal: das mit der “zonen-schwester” laß stecken; dann laß ich auch das “schätzchen” stecken.
und zweitens hab´ich über die freiheit im kapitalismus schon nachgedacht in einer zeit, als sich in deutschland hüben und rüben noch keiner auch nur vorstellen konnte, an die mauer jemals so nah ran kommen zu können, daß man ein ossi mit ´ner draufgelegten banane rüberlocken könnte. (gähn!!!)
ich hab diese ganzen klischees so über. die ossis haben die d-mark gewählt.die ossis haben geglaubt, im westen fliegen die gebratenen tauben. die ossis denken heute noch, freiheit wäre nurmehr reise-freiheit. die ossis dies, die ossis das.
manmanman, solange wir uns untereinander so begegnen, kann unsere regierung sich ganz sicher fühlen. dann hat sie nämlich alles richtig gemacht. doofe gibt´s in ost und west. und die meisten können nicht mal was dafür. so viel großmut muß sein.

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antonym October 3, 2007 - 11:44 am

Ok ok, ich bin ein bissiger Trollist. Soviel Grossmut muss sein.
Aber immerhin, deine Erfahrungen mit der Arbeitswelt sollten dir gezeigt wieviel näher die Verhältnisse am Bandentum als an Demokratie und Rechtstaatlichkeit liegen. Und gerade in den kapitalistischen Staaten war schon immer der Übergang vom Business zur Mafia am flüssigsten.
Wie war das in DDR, durfte man da über die Arbeit reden oder war da auch totales Stillschweigen angesagt?

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erphschwester October 3, 2007 - 2:02 pm

r e d e n darf ich hier auch, aber man mochte es nicht, dass ich im www. schreibe, wo´s jeder lesen kann. d a s allerdings hätte ich in der ddr gar nicht gekonnt; in ermangelung eines telefonanschlusses zunächst (die meisten verwandten und bekannten bekamen ihr telefon erst nach der wende). auch hätte man nicht gemocht, dass eine privatperson einen pc zu hause stehen hat, vielleicht noch mit nem drucker dran.
es geht, soweit ich erkennen kann, hier wie da nicht um die meinung des einzelnen (die kann er sich hinter den spiegel stecken), sondern darum, meinungsbildung bei den massen zu verhindern, weil man die lieber selbst steuern möchte.
die konsequenz ist irgendwie die selbe: verlust der existenz (entweder durch ideologische kriminalisierung oder aber durch entzug der materiellen existenz).

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