Katrina: German Press Round-up

by David VIckrey
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The human tragedy of Hurricane Katrina has pushed the upcoming election in Germany off the front pages of many newspapers and Web sites. The top issue here is the lack of response by the federal government to the devastation.  The Financial Times Deutschland picked up on the phrase "national disgrace" that was used by officials in New Orleans yesterday:

Trotz des Versprechens der Regierung, 1400 Nationalgardisten pro Tag im Katastrophengebiet einzusetzen, um die dramatischen Zustände in den Griff zu bekommen, steigerte sich das Chaos dennoch weiter. Ray Nagin, Bürgermeister von New Orleans, übte scharfe Kritik an Washington. "Die haben keine Ahnung, was da unten eigentlich los ist", sagte Nagin. "Entschuldigt bitte meine Ausdrucksweise, aber ich bin wirklich angepisst", sagte der Bürgermeister im Radio. "Dies ist eine nationale Schande", sagte der Leiter der Rettungseinsätze in New Orleans, Terry Ebbert. "Wir können Tsunami-Opfern massive Hilfe leisten. Aber wir sind nicht in der Lage, der Stadt New Orleans aus der Klemme zu helfen", fügte er hinzu.

The FTD has also been providing excellent analysis of the macro-economic impact of the disaster. Meanwhile the FAZ has focused on the lawlessness and the looting:

Den Plünderern mangelt es jedenfalls weder an Einfallskraft noch Schamlosigkeit. Mit einem gestohlenen Gabelstapler wurden die eisernen Rolläden einer Apotheke hochgeschoben, wurden ihre Fenster zertrümmert, aus dem Parkhaus eines Krankenhauses verschwanden Autobatterien und Stereoanlagen. Mehrere Fälle von "Carjackings" wurden gemeldet. Zuletzt wurde ein Rettungshubschrauber beschossen.

But the taz points out that in many cases the looting is a survival tactic.  Michael Streck discusses the fate of the poor in New Orleans:

Von den rund 500.000 Einwohnern New Orleans leben 23,2 Prozent in Armut. Das jährliche Haushaltseinkommen beträgt nur 70 Prozent des Landesdurchschnitts, nämlich 31.000 Dollar. 15 Prozent der Einwohner besitzen kein eigenes Auto. Fliehen – es handelte sich bei "Katrina" um eine angeordnete, nicht freiwillige Evakuierung – können sie demnach nur zu Fuß oder mit öffentlich bereitgestellten Verkehrsmitteln. Die Stadtverwaltung orderte zwar einen kostenlosen Busservice zur größten Notunterkunft, dem sich später als unzumutbar und überfüllt erweisenden Superdome, zur Verfügung, jedoch keinen Transport hinaus aus der Stadt. Wer arm war, musste bleiben.

Sueddeutsche Zeitung analyzes the fallout the disaster on the fortunes of President Bush:

Sollte er aber das Chaos nicht binnen weniger Tage in den Griff bekommen, können ihm seine Worte zum Verhängnis werden. Je mehr die Anarchie im Süden um sich greift, desto mehr wird sich auch das politische Washington ein Opfer für diese Demonstration staatlicher Schwäche suchen.

But of everything I’ve read so far today, it is this piece in Die Zeit by Fritz Raddatz that best captures the mixture of despair and rage many of us feel today:

Aber sie haben nicht genug Boote, die in den Straßen von New Orleans Ertrinkenden, die von den Dächern ihrer Häuser Winkenden, zu retten. Nicht einmal genug Trinkwasser kann ausgeteilt werden. Es wäre lächerlich, wäre es nicht so tragisch. Die Dame Rice sollte sich für eine Weile von ihren hübschen weißen Kostümen trennen.  Was ich mir wünsche? Dass sich ein unübersehbarer Zug der Armseligen mit nichts als Hemd und Hose, die Mütter mit dem toten Kind auf dem Arm in Bewegung setzte, bis vor die Pforten des Weißen Hauses; dort sollten sie den dubiosen Betnik, den Bomberjackenträger George W. Bush, davonjagen: Er sollte gewählt werden – vier Jahre lang in der geschundenen Stadt zu leben, statt auf seiner Ranch mit den Hunden zu spielen.

(my translation: But they don’t have enough boats to save the drowning people in the streets of New Orleans or the people waving from the rooftops. There is not even enough drinking water to distribute. It would be a joke, if it weren’t so tragic. MS. Rice should see what it’s like to go without her elegant white suit.  You know what I wish?  I wish that an endless stream of the poor folks with nothing but their shirts and pants, the mothers with the dead babies in their arms, would march up to gates of the White House.  They should drive the dubious "prayer-addict" George W. Bush in his bomber jacket out his home: he should be elected to spend the next four years in the ruined city of New Orleans instead of playing with his dogs on his ranch.)

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0 comment

atlanticus September 2, 2005 - 6:45 pm

Unfortunately, there is also some Schadenfreude in the taz:
“Selbst Freude und Mitleid schlagen zur selben Zeit in meiner Brust. So freue ich mich beispielsweise momentan darüber, dass die jüngste Sturmkatastrophe nicht wieder irgendein armes Land, sondern die reichste Nation der Erde getroffen hat. Ja, ich sehe darin sogar eine Art ausgleichende Gerechtigkeit für das, was die Bewohner dieses Landes durch ihren Krieg im Irak anderen Bewohnern angetan haben. Es würde mich allerdings noch mehr erfreuen, wenn ich wüsste, dass nur Häuser von Bush-Wählern und Armeeangehörigen zerstört worden wären. Alle anderen tun mir aufrichtig Leid.”
http://www.taz.de/pt/2005/09/02/a0109.nf/text

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David September 2, 2005 - 9:26 pm

The taz writer has gone completely off the deep end here. It is not Bush and his wealthy friends who are affected by this tragedy; rather it is the poor who always suffer, and now have even less. It is always the poor who suffer most; we just never realized there are so many of them living amongst us.

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Kristine September 3, 2005 - 3:35 am

IMO the taz writer was being sarcastic.

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