Wenn´s stürmt und brennt

by erphschwester
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Das Schönste am öffentlich-rechtlich deutschen Fernsehen ist die Sendung "Brennpunkt". Da nämlich erfahren wir, was am vergangenen Tag so wichtig und spannend war, ohne daß wir´s bemerkt hätten.  In den knackigen Zeitrahmen von 15 bis allerhöchsten 30 Minuten werden alle Filmchen, Interviews und – wenn gar nichts hilft – irgendwelche Kommentatoren hineingepackt, welchletztere uns entweder die Brisanz der Sache klarmachen oder aber wortreich kundtun, daß sie zwar keine Ahnung haben, wovon sie reden (sollen), aber das ganz doll.

In Deutschland geht´s heute aber ganz, ganz spannend zu, weil da Kyrill ist, der stürmend über Europa zieht. Und in letzter Zeit reden wir ja sowieso ganz oft und gern vom Klimawandel, der uns bereits ereilt hat und immer schlimmer wird in seinen Auswüchsen.

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Und wenn ich das jetzt mit dem Bild richtig gemacht habe, kann man da oben Sylt im Sturm sehen (das Bild geklaut von der Webseite der Tagesschau).
Auch wir anderen, die wir tief drinnen im Lande leben, durften eher nach Hause gehen und dann selbiges nicht mehr verlassen. Und so sitzen wir nun alle und warten, daß so ein richtig schlimmer Sturm kommt, wie wir ihn noch nie nich erlebt haben. Die Blogger bloggen frustriert ("Wo bleibt er denn nur?") bis lakonisch ("Es ist Wetter."), aber alle sind noch irgendwie enttäuscht. Sieht man einmal von denen ab, die dummerweise ihre bestückten Kinderwagen oder Ehemänner riskant neben Balkon- oder Scheunentüren geparkt hatten.
Züge fahren nicht mehr, Flugzeuge fliegen nur bedingt, was mein Bild von der Welt komplett umgeschmissen hat, weil ich bislang glaubte, Sturm wäre für Flugzeuge gefährlicher als für Züge. Aber man lernt ja gern dazu.
Im Moment finde ich Orkan noch prima. Stunden vorm normalen Feierabend kam ich heim und machte eines der seltenen Mittagsschläfchen und könnt mich dran gewöhnen.

Brennpunkt Nr. 2 (man beachte die Reihenfolge!) behandelt den Herrn Stoiber, der es also auch jetzt, wo´s auf´s Ende zugeht, nicht geschafft hat, an den ersten Platz zu kommen. Vermutlich gehört Bayern eben doch nicht zu Deutschland, Stoiber aber ganz sicher nicht zur ersten Politikergarde, auch wenn er´s gern getan hätte.
Inzwischen bin ich zuversichtlich, daß dieser Redakteur aus dem Nachtjournal des Bayerischen Fernsehens, der einen Tag zu früh Stoibers politischen Nachruf sendete, weil er so müde war (also der Redakteur, nicht der Stoiber), daß also dieser Redakteur seinen Job vielleicht doch behält. Was man vom Stoiber, wie gesagt, nicht behaupten kann. Mehr hab´ich dazu  eigentlich auch nicht zu sagen. Keine Ahnung, was die in ihrem "Brennpunkt" da noch alles sagen wollen.

Und weil wir einmal dabei sind:

Ich vermisse einen Brennpunkt zu Henrico Frank, dem berühmtesten deutschen Arbeitslosen, dessen Geschichte doch noch ein Happy-Ende gefunden hat. Weil der nämlich heute seinen Arbeitsvertrag unterschrieben hat, bei einem Musiksender. Dieser Musiksender hofft, durch die Einstellung dieses Arbeitslosen mit seltener Berühmtheit ein wenig an ebendieser Berühmtheit teilhaben zu dürfen. Und wenn die Berichterstattung sich gelegt hat und die Hörer aus lauter Neugier mal reingehört haben in diesen Sender, wird der Frank wohl einen netten Tritt in seinen dann wieder arbeitslosen Hintern kriegen. Aber auf diesen Ausgang der Geschichte können wir geduldig warten.
Ferner vermisse ich einen Brennpunkt dazu, wie das war, als der Kurnaz jetzt seine deutschen Vernehmer identifiziert hat. Aber ich nehme mal an, daß das nichts ist, worüber man so gern sprechen möchte.

Eigentlich, wenn ich´s recht überlege, brauche ich gar kein anderes Fernsehprogramm.

ICH WILL "BRENNPUNKT", BRENNPUNKT", "BRENNPUNKT" …

(PS: Die Sache mit den Bildern muß ich wohl noch ein bißchen üben …)

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David January 18, 2007 - 4:49 pm

ich wuenschte, wir haetten auch so eine sendung wie brennpunkt.
dafuer haben wir cnn (arrgh! 24/7 britney spears) und fox news (24/7 bush propaganda).

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erphschwester January 18, 2007 - 5:11 pm

jaja, wir haben´s schon gut, aber wir zahlen auch dafür … staatlich verordnet. ob wir wollen oder nicht.

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littleandy January 19, 2007 - 2:54 am

Ich war mit dem Auto unterwegs, um jemanden von einem einsamen Bahnhof abzuholen, und musste umkehren, weil nichts mehr ging. Auf dem Rückweg lag an einer Stelle ein Baum, der vorher nicht da lag. Folglich wäre ich von diesem Baum fast erschlagen worden. Ehrlich gesagt, mir reicht das an Orkan.
Im übrigen haben Flugzeuge weniger Probleme mit dem Sturm, weil ihnen entgegenkommender Wind noch beim Aufsteigen nutzt. Und dank einer Windquerbahn (oder so ähnlich) können sich die Flugzeuge beim Starten und Landen halbwegs nach dem Wind ausrichten.

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